Räuchermischungen und Badesalz Drogen bald komplett verboten?

Kommt bald das Totalverbot für sämtliche Designerdrogen? Räuchermischungen (bzw. Spice oder Kräutermischungen), die synthetische Cannabinoide enthalten und daher ähnlich bzw. durch ihre Wirkstoffkonzentration oft stärker als Cannabis wirken und feinstes Gras aus dem Amsterdamer Coffeeshop, sorgen immer wieder für negative Schlagzeilen.

So berichtet VICE von britischen Häftlingen, die aufgrund der hohen Drogen-Dosierung nicht selten nach Erstkonsum einer solchen Kräutermischung in der „Mambulanz" genannten Medizinabteilung des Gefängnisses landen. Aber auch hierzulande tauchen immer wieder starke Probleme wegen Überdosierungen auf, so schwebten 2 Schüler gar in Lebensgefahr nach dem Konsum künstlicher Cannabinoide.

Bislang konnten die Hersteller von Räuchermischungen, Kräutermischungen, Badesalzen und wie sie nicht alle heißen nach einem Verbot die entsprechende "Research Chemical" einfach geringfügig chemisch verändern, sodass eine neue Substanz mit ähnlicher Wirkung entsteht und diese ist dann wieder so lange legal zu kaufen, wie der Gesetzgeber kein Verbot verhängt.  Anstatt illegale Drogen zu kaufen, konnte man so Cannabis, Hasch, THC-Öl, MDMA, Extasy (Teile Drogen), Speed (Pep Droge Amphetamin), LSD (als 1P LSd bspw.), Kokain, Crystal Meths, und so weiter.

Auf dieses Katz-und-Maus-Spiel mit Badealaz Drogen und co haben die Ermittlungsbehörden aber keine Lust mehr und die Bundesdrogenbeauftrage Marlene Mortler verspricht Abhilfe mit einer "mutigen Lösung":

An einem umfassenden Verbot, das aus Ermittlersicht „sehr dringend“ wäre, basteln Gesundheits- und Justizministerium seit längerem. Wenn man weiterhin versuche, jede einzelne Substanz übers Betäubungsmittelgesetz zu verbieten, komme man einfach nicht hinterher, klagen Experten. Da es sich um Alltagssubstanzen handle, sei das Verbot kompletter Wirkstoffgruppen eine große Herausforderung, sagte Mortler. In diesem Jahr werde man damit aber zu Potte kommen, versprach sie und kündigte eine "mutige Lösung" an.

Dies gab Mortler im Rahmen der Präsentation des jährlichen Drogenberichtes bekannt. Obwohl dieser keine wirklich einschneidenden Wandlungen verzeichnen lässt, kreischt "Bild.de"  hysterisch:

drogenbericht 2015 by bild
"Bild.de" macht Panik wegen 1000 Drogentoten – statt die fast 200.000 Alkohol- und Tabaktoten zu thematisieren

Die Zahl der Drogentoten stieg von 1002 auf 1032 – lächerlich angesichts der Tatsache, dass durch die legalen Drogen Tabak im vergangenen Jahr deutschlandweit 110.000 und durch Alkohol 75.000 Menschen ums Leben kamen! Starken Zuwachs vermelden die Fahnder darüber hinaus beim Anbau von Cannabis: Hier betrug die Zahl der sichergestellten Pflanzen mehr als 132 000, ein Anstieg um 23 Prozent. Entdeckt wurden 114 Anbauflächen im Freien "Outdoor" (2013 waren es noch 91) und 759 Indoor-Plantagen (2013 waren es 691).

Letztlich schließt sich die Drogenbeauftragte in fortschrittsfeindlicher Tradition ihrer "christlichen" Partei der Warnung des BKA-Chefs Münch vor einer Cannabis-Legalisierung an:

Es handle sich bei Cannabis um eine gefährliche Droge, sagte Münch. Aus seiner Sicht wäre eine Freigabe – insbesondere mit Blick auf Jugendliche, die sich an Erwachsenen orientierten – "das falsche Signal". […] Gleichzeitig warnte sie [Mortler] davor, legale und illegale Drogen "gegeneinander auszuspielen".

PS: Die ironisch-bissigen Kommentare der Leser sind auch wieder herrlich zum Thema:

1. Alkoholverbot tut Not!
Wenn wir endlich wieder ein Alkoholverbot hätten, dann gäbe es auch endlich wieder weit mehr Todesfälle durch gepanschten oder unsachgemäß gebrannten Schnaps, aber auch die Dealer könnten sich schön weiträumig verteilen, so dass sie im Görlitzer Park, dem beliebten Brennpunkt und offenabr einzigem Aktionspunkt der Berliner Polizeiarbeit, niemandem mehr lästig werden würden.

2. Drogentote
Die meisten Toten gibt es durch Alkohol und Nikotin. Aber die sind gesellschaftlich gern gesehen.
Verlogenheit in Reinkultur.
2.1 als Antwort darauf:
das sog. deutsche Reinheitsgebot.

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1 Kommentar


  1. // Antworten

    Auf die meisten Drogentoten gemessen an der Einwohnerzahl kam im vergangenen Jahr die Stadt Nurnberg. In der Bundeshauptstadt lag die Zahl der durch illegale Drogen Getoteten im vergangenen Jahr bei 123, dem hochsten Stand seit vier Jahren.

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